Gedanken zur Jahreslosung

„Gott nahe zu sein ist mein Glück“ (Psalm 73,21)

Was ist uns wirklich wichtig im Leben?
Wann freue ich mich?
Wenn ich Erfolg habe?
Ist Freude eine Grundstimmung in meinem Leben?

In der diesjährigen Losung aus Psalm 73 hören wir einen Beter, der sich stark und konsequent mit seiner glücklosen Situation auseinandersetzt. Aber der Psalm erklärt auch, warum der Beter trotzdem bei Gott bleibt:

Er beobachtet, dass es andere, Gottlose, gibt, die es im Leben offenbar besser haben. Sie sind erfolgreich und glücklich. So kommt er zu dem Ergebnis: „Siehe, das sind die Gottlosen. Sie sind glücklich in der Welt und werden reich.“

Da sieht der Psalmbeter zwar ihr Glück, aber sie leben ohne Gott. Und er entdeckt, dass das Glück der Gottlosen ein fremdes ist. Er betet: „Als es mir wehe tat im Herzen, da war ich ein Narr und wusste nichts. Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand“.

Der Psalm schildert einen Menschen in einer schweren Glaubenskrise. Diejenigen scheinen die Macht zu haben, die ohne Rücksicht ihre Interessen vertreten, ohne Gedanken an die Schöpfung, ohne Respekt vor dem Schöpfer. Das sind die quälenden Gedanken des Beters. Doch er will heraus aus diesen Gedanken. Und er kommt zu dem entscheidenden Schritt, dass auf der einen Seite Gott ihm nahe ist und dass auf der anderen Seite er Gott selbst nahe ist.

Was ihm das bringt?

Ich möchte die Frage mit einer Gegenfrage beantworten: Was bleibt, wenn alles Irdische, alles Gemachte und Erarbeitete, alles Geld und jede Karriere, wenn alle Äußerlichkeiten wegfallen – woran hängt dann dein Herz und was trägt und was hält dich im Leben?

Glaube ist keine romantische Spielerei. Glaube stellt die Frage nach Leben und Tod: Worauf vertraust du in den letzten und damit auch in den vorletzten Dingen hier auf dieser Erde?

Für mich ist der Glaube nicht nur das beste, sondern das einzige Fundament. Wir dürfen uns freuen, dass Gott uns in diesem Jahr nahe ist und das er uns auch im neuen Jahr nahe sein wird. Und der Psalmbeter vermittelt uns, dass Freude unsere Grundstimmung bleiben soll. Denn so wächst etwas, was Bestand hat. So entsteht Freude, die Sinn gibt